Willkommen in den Grotten von Remouchamps
Kommen und entdecken Sie ein wunderschönes wallonisches Erbgut


Die Fledermäuse

Diese außergewöhnlichen Tiere haben seit jeher die Fantasie der Menschen beflügelt. Die geflügelten, nachtaktiven Tiere, deren Äußeres wie eine Kreuzung aus Vogel und Maus erscheint, werden meist im Flug dargestellt, im Zwielicht nebeliger Vollmondnächte. Von diesem Bild aus ist es nur ein kleiner Schritt bis zum Dracula- Mythos...

Fledermäuse sind eine sehr vielfältige Tierart.. Es gibt über 900 verschiedene Unterarten, die zwei großen und morphologisch unterschiedlichen Familien angehören: die Rhinolophideen und die Vespertilonideen. Hierzulande leben 18 Arten, und dennoch wissen wir nur sehr wenig über sie. Abgesehen davon, dass es immer weniger Fledermäuse gibt, wird die Beobachtung durch die Lebensgewohnheiten der Tiere auch nicht gerade erleichtert.

Der Traum von Ikarus. Abgesehen von einigen Beuteltieren und Flughörnchen, die eigentlich von Baum zu Baum schweben, ist die Fledermaus das einzige Säugetier, das fliegen kann. Ihre Arme und übermäßig langen Fingerglieder bilden das Grundgerüst der Flügel. Eine transparente Membrane verbindet die Pfoten zu einem wirklichen Flügel. Manche Fledermäuse können Geschwindigkeiten von 100 Stundenkilometern erreichen. Aber der Flug der Fledermaus basiert auf harter Arbeit. Ihr kleiner Körper mit seiner vergleichsweise großen Flügelfläche verfügt über eine beeindruckende Brust- und Rückenmuskulatur, sowie über ein Herz, das etwa dreimal so groß ist wie das eines Landsäugetieres gleicher Größe.

Sonarflug. Die in der Dunkelheit fliegende Fledermaus stößt Hochfrequenztonsignale aus, um sich zu orientieren und Hindernissen auszuweichen. Die vom Tier abgegebenen Ultraschalltöne (etwa 100 Tonsignale pro Sekunde) werden von Gegenständen und Beutetieren reflektiert. Die Fledermaus erfasst diese Schallabweichungen dank ihres sehr hochentwickelten Nerven- und Zellensystems. Sie erschafft sich somit eine regelrechte Landkarte aus Schallwellen.

Eine vom Aussterben gefährdete Tierart. Es gibt viele verschiedene Ursachen. Unkraut- und Insektenvertilgungsmittel haben die Nahrungskette verändert. Die Vergiftung ihrer Beutetiere hat auch vielen Fledermäusen das Leben gekostet. Aber auch ihr Lebensraum wird immer knapper: Hecken und Gehölze an den Felsgrenzen werden immer seltener, alte Scheunen wurden abgerissen und, wenn überhaupt, durch gut isolierte Neukonstruktionen ersetzt. Im Sommer mögen Fledermäuse Dachstühle und Überdeckungen. Für den Winter bevorzugen sie abgeschiedene, feuchte Orte, wie die Grotten. Während ihres Winterschlafs sinkt die Körpertemperatur der Fledermaus bis auf die Temperatur ihrer Umgebung ab. In diesem Zustand ist selbst die geringste Störung fatal für die Tiere. Sobald die Fledermaus aufwacht, steigt die Körpertemperatur und ihr Körper verbrennt Fett. Fett, welches unentbehrlich ist, damit die Fledermaus den langen Winter überstehen kann.


Der Niphargus

Der Rubicon, der durch die Grotten fließt, beherbergt auch lichtscheue Krustentiere, deren typischste Art der sogenannte Niphargus ist. Diese blinde Garnele mit einem durchscheinend weißen Körper, misst etwa 1 cm bis 3,5 cm. Sie ernährt sich von Lehm, lebenden oder toten Beutetieren und Pflanzenteilen.